Vorbild Solar-Siedlung in Groß-Umstadt

Förderprogramm „Export grüner und nachhaltiger (Umwelt-) Infrastruktur“

Seit rund zwei Jahren steht in der Groß-Umstädter Neubausiedlung „Am Umstädter Bruch“ ein zentraler Batteriespeicher für den Strom von den Solaranlagen auf ca. 80 Dächern: tagsüber Stromernte vom Dach, abends und nachts aus dem Speicher. Die Stadt hatte diese Form der intelligenten Energieversorgung mit dem Bebauungsplan vorgegeben, das Projekt entstand gemeinsam mit der ENTEGA und wurde Teil des Forschungsprojektes Flex4Energy.

Damit ist Groß-Umstadt ein weithin wirkendes Vorbild für funktionierenden Klimaschutz und intelligente Energieversorgung, was den Vorsitzenden der Deutsch-Tschechischen und Deutsch­Slowakischen Wirtschaftsvereinigung e.V. (DTSW), Herrn Georg Weißler, motivierte, die tschechischen Partner des Universitätszentrums für energieeffizientes Bauen (UCEEB), Herrn Prof. Dr. Lukas Ferkl und Frau Dr. Eva Smolikova einzuladen und sich das Umstädter Projekt vor Ort vom Energiebeauftragten der Stadt Groß-Umstadt, Siegfried Freihaut erläutern zu lassen sowie weitere Fachgespräche zu führen. Tschechien und Slowakien profitieren somit vom Bundesprogramm „Export grüner und nachhaltiger
(Umwelt-) Infrastruktur“ - und alle schauen auf Groß-Umstadt.

Zur Besichtigung des Baugebietes mit seinem besonderen Strommanagement waren am 20. März gekommen (v.l.n.r.): Stadtrat Richard Fikar, Georg Weißler (DTSW), Prof. Dr. Lukas Ferkl und Dr. Eva Smolikova sowie Siegfried Freihaut, Energiebeauftragter der Stadt.

Im Anschluss an die Besichtigung traf man sich im portugiesischen Club in Groß-Umstadt zum Mittagessen. Dabei wurde u.a. verabredet, dass man das Umstädter Projekt im September während der Bauausstellung im Prager Rathaus im Rahmen des Marktes der Ideen präsentieren wird.

Der Bebauungsplan für die Solarsiedlung sieht vor, dass auf jedem Dach eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von mindestens fünf Kilowatt errichtet wird. Die Stromernte kann ins Netz, in den privaten Speicher oder in den zentralen Speicher eingespeist werden. Die Teilnahme am Forschungsprojekt „Flex4Energy“ ist kostenlos. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund vier Millionen Euro gefördert. Aus aktuellem Anlass wird das Energiespeicherprojekt zusätzlich durch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin wissenschaftlich begleitet.