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100 Jahre Frauenwahlrecht

Das Frauenwahlrecht in Deutschland feiert 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass veröffentlicht das Büro für Chancengleichheit des Landkreises Darmstadt-Dieburg in Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten der Stadt Groß-Umstadt eine Wanderausstellung, die in der Zeit vom 08. bis 16. August in der Kundenhalle der Sparkasse während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein wird. Die Ausstellung zeigt neben allgemeinen Wahlaufrufen Werbeplakate der verschiedenen Parteien und Vereinigungen und vermittelt einen guten Eindruck vom Zeitgeist und der Atmosphäre der jeweiligen Ära.

Die staatsbürgerliche Gleichstellung wurde den Frauen nicht geschenkt. Über Generationen und viele Frauenleben hinweg musste sie dem Patriarchat abgerungen werden. Bis es 1918 in der Weimarer Republik endlich soweit war. Frauen ab dem 20. Lebensjahr bekamen gesetzlich verankert das allgemeine Wahlrecht. 1919 wurde erstmalig gewählt. 82% aller Frauen waren dabei. 37 weibliche Abgeordnete erhielten ein Mandat, ein Anteil von 9%.

Schon im ersten Wahlkampf buhlten die Parteien um die 18 Millionen Stimmen der Frauen. Geschlechtsspezifische Themen begannen eine wichtige Rolle zu spielen, weil Frauen den Wahlausgang deutlich beeinflussen konnten. Frauen meldeten sich zu allen politischen Fragen, die im Parlament verhandelt wurden, zu Wort. Sie brachten Themen in Gesetzgebungsverfahren ein, die die Lebenslagen und Interessen von Frauen besonders betrafen. Viele dieser Themen sind bis in die Gegenwart hinein aktuell, wie etwa berufliche Bildung, Berufswahl, Erwerbstätigkeit, Lohnungleichheit oder die gleichzeitige Zuständigkeit für Kinder, Familie und Haushalt.

Leider ging dies mit einer Abwertung dieser Themen durch männliche Politiker einher. Bis heute müssen sich politikinteressierte Frauen im innerparteilichen Konkurrenzkampf durchsetzen, um zur Wahl aufgestellt zu werden. Auch aussichtsreiche Listenplätze sind nicht selbstverständlich. Politikerinnen haben mit der Darstellung in den Medien zu kämpfen. Ihre Privatsphäre wird häufiger thematisiert, ihr Äußeres oft in den Focus gerückt und Politikerinnen werden in der Berichterstattung häufiger marginalisiert. Aber Frauen als Inhaberinnen politischer Ämter oder Führungspositionen sind heute selbstverständlich und akzeptiert. Kaum eine andere Errungenschaft der Frauenbewegung veränderte das Leben aller Frauen so nachhaltig wie die gesetzliche Verankerung des allgemeinen Frauenwahlrechts.