Heißes Wasser statt Schaum

Die beiden Kommunen Otzberg und Groß-Umstadt haben sich im Frühjahr auf die Fortsetzung ihrer kommunalen Zusammenarbeit verständigt und jeweils ein Heißwassergerät für die chemiefreie Unkrautbekämpfung im Einsatz.

Bis 2017 gab es ein Heißschaumgerät für beide Bauhöfe. Hier war nicht nur eine gut organisierte Absprache vonnöten, sondern das Gerät selbst erwies sich als reparaturanfällig, was zu längeren Ausfallzeiten führte. Vor Beginn der neuen Vegetationsperiode sollte also eine andere, bessere Lösung her. Man entschied sich für eine deutlich unkompliziertere Technik mit noch besserem Wirkungsgrad und dafür, dass jede Kommune sich ein eigenes Gerät zulegt. Das macht den Einsatz in den zahlreichen Stadt- bzw. Ortsteilen planbarer und effektiver.

Lars Erfurt und Alec Schübler vom Bauhof der Groß-Umstädter Stadtwerke führen am Raibacher Schulhaus vor, was die neue Heißwasseranlage kann: mit über 90°C heißem Wasser wird das Wildkraut besprüht, dadurch wird die Zellstruktur der Pflanze zerstört und die Pflanze stirbt ab. 800 Liter Wasser beinhaltet der Vorratstank, an einem Arbeitstag werden ca. 2 Füllungen benötigt. In Groß-Umstadt werden insbesondere öffentliche Pflanzbeete, Baumscheiben, Spiel- und sonstige Plätze bearbeitet. Die Mitarbeiter sind mit der Handhabung und der Wirkung sehr zufrieden.

Für beide Kommunen interessant ist auch der betriebswirtschaftliche Aspekt, denn die Maschinen wurden vom Maschinen-Boden-Landschaftspflege-Verband Hessen (MBLV) beschafft, die Gemeinden mieten die Geräte und rechnen nach Einsatzstunden ab.