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Jüdisches Leben

 

Die Groß-Umstädter Synagoge

1979 abgerissen und dem Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach übereignet, fehlt die Synagoge seitdem in Groß-Umstadt. Eine Infotafel am ehemaligen Standort „In der Fahrt“ tröstet nur wenig, die Gedenkstätte am Darmstädter Schloss ist wichtig und wertvoll, aber eben nicht das Original.

Am neuen Standort fristete sie viele Jahre ein unwürdiges Dasein als Abstellraum, bis zwei Dinge zusammenkamen: Die Museumsleitung im Hessenpark wechselte und in Groß-Umstadt bildete sich der Runde Tisch „Jüdisches Leben“. Gemeinsam gelang eine völlig neue Betrachtung und Umgehensweise, am 3. Mai 2012 konnte die Umstädter Synagoge im Freilichtmuseum endlich wieder eröffnet werden. Über achtzig Umstädter Bürgerinnen und Bürger reisten nach Neu-Anspach, um dem Festakt beizuwohnen. Als einziger Jude mit Umstädter Wurzeln war Rabbi Dr. Ernst M. Stein aus England angereist. Er hielt eine sehr persönliche und bewegende Ansprache.

Seit 2016 erzählt eine hochwertige Dauerausstellung vom "Jüdischen Landleben in Südhessen". U.a. werden 4 Familien vorgestellt, darunter auch die Fam. Rapp aus Groß-Umstadt, auf der Empore zeigt eine Dokumentation die 4 südhessischen Synagogen aus Dieburg, Zwingenberg, Groß-Umstadt und Michelstadt.

Im Hauptraum geht es an 5 Thementischen um die Lebensbereiche:

  1. Jüdischer Glaube
  2. Jüdischer Alltag
  3. Jüdisches Erwerbsleben
  4. Jüdische Kultur
  5. Emanzipation, Integration und Verfolgung

Die Ausstellung wurde nach modernsten Gesichtspunkten und Methoden aufgebaut, die Infotische bieten u.a. Hörstationen, Klappen zum nachstöbern, Schubladen zur „Vertiefung“, Blätterkästen und vieles mehr. Hinschauen und Entdecken sind ausdrücklich gewollt.

Die bisherige, „vorläufige“, Ausstellung wurde dem Museum Gruberhof überlassen, wo Ostern 2017 die komplett neu konzipierte Ausstellung zum jüdischen Leben in Groß-Umstadt eröffnet wurde.

 

Geschichte

Die Geschichte der Groß-Umstädter Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens ist ausführlich beschrieben in den Büchern "Zur Geschichte der Juden und ihrer Synagoge" (1988) und "Sie waren Umstädter" (2010). Nach dem dramatischen und politisch fragwürdigen Abriss der Synagoge im April 1979 und ihrer Verlagerung in den Hessenpark Neu-Anspach wurde eine Gedenkstätte am Darmstädter Schloss errichtet, später ergänzt um eine Stele, die die (meisten) Namen der im sog. 3. Reich deportierten Juden trägt. Am 09. November traf sich immer wieder eine Gruppe engagierter Bürger zum Gedenken an das Pogrom 1938, andere veranstalteten Lesungen oder Gedenkminuten. Die Situation war aber die, dass unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen unabhängig voneinander versuchten, die Erinnerung lebendig zu halten, aber eine kommunale Erinnerungskultur nicht bestand.

So bildete sich im Jahr 2009 der Runde Tisch "Jüdisches Leben in Groß-Umstadt" mit dem Ziel, das Gedenken und das Bewusstsein der langen, gemeinsamen Geschichte deutlicher als bisher zu pflegen.

 

Stolpersteine

Am Sa. 15. Februar 2011 wurden die ersten Stolpersteine vor den Häusern platziert, aus denen während der Nazi-Diktatur jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger vertrieben bzw. verschleppt wurden. 7 Steine wurden in einer 1. Aktion von Herrn Demnig verlegt, die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Schulen war ebenso beeindruckend wie die unterschiedlichen Wort- und Musikbeiträge:

  • Curtigasse 6 (Stein)
  • Untere Marktstr. 10 (1 Stein)
  • Untere Marktstr. 3 (1 Stein)
  • Obere Marktstr. (4 Steine)

Am Mo. 14. Mai 2012 fand unter großer Teilnahme der Bevölkerung die 2. Verlegeaktion statt, die von Musik, einem Erzählgedicht (8. Schulklasse) und nachdenklichen Wortbeiträgen geprägt war:

  • Untere Marktstr. 10 (2 Steine)
  • Curtigasse 5 (1 Stein)
  • Im Pfarrhof 10 (1 Stein)
  • Schulstraße 19 (2 Steine)
  • Bachtorstr. 32 (4 Steine)

Die 3. und letzte BDP-Aktion fand am Sa. 15. Februar 2014 statt. Der BDP (Bund Deutscher Pfadfinder, Ortsgruppe Groß-Umstadt), der Bürgermeister und die Ortsvorsteherin Erna Macht haben gesprochen, Schülerinnen und Schüler der Gruppe „Darstellendes Spiel“ des Max-Planck-Gymnasiums haben einen eindrucksvollen szenischen Beitrag geleistet, Dietrich Klos das Geschehen auf dem Saxophon begleitet:

  • Heinrich-Möser-Str. 12 - Rathausplatz Klein-Umstadt (1 Stein)
  • Obere Marktstr. 4 bis 6 (7 Steine)
  • In der Fahrt 5 (1 Stein)

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ (Gunter Demnig)

Faltblatt Stolpersteine (BDP)

Ansprache von Shannon Püchner zum 9.11.2014 (BDP)

Ansprache von Shannon Püchner zum 9.11.2016 (BDP)

 

9. November

Die jährliche Gedenkfeier zur Pogromnacht unter Beteiligung der politischen Mandatsträger, des Magistrates, der Kirchen, des BDP, von Vereinen und Bürgern, insbesondere Mitgliedern des ehem. Vereins zur Bewahrung der Synagoge gehört ebenso zum neuen Umgang mit unserer Vergangenheit. Ausgangspunkt ist jeweils die Gedenkstätte, an der Repräsentanten oder Jugendliche kleine Ansprachen, szenische oder musikalische Beiträge leisten und somit eine ganz besondere Feierstunde mitgestalten.

2016 haben Bürgermeister Joachim Ruppert, Schüler des Max-Planck-Gymnasiums, Pfarrer Christian Lechelt mit seinen Konfirmanden, Pfarrer Eberhard Weilbächer sowie Shannon Püchner vom BDP bewegende Worte gefunden. Die Schülerin Julia Lange sowie Dietrich Klos und seine Tochter haben das Programm mit Gitarre und Klarinette musikalisch begleitet.

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