Förderung der Sprachkompetenz

Im Rahmen des „Tags der Nachbarn“ wurden am Freitag, dem 25. Mai, bei einer Auftaktveranstaltung im Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern neue niedrigschwellige Bildungsangebote vorgestellt, die in Kooperation mit dem Grundbildungszentrum der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Volkshochschule Darmstadt-Dieburg die bisherige Angebotspalette ergänzen. In einem „Offenen Treff“ können Betroffene in Zukunft freitags zwischen 15 und 17 Uhr Unterstützung beim Lesen und Verstehen von behördlichen Schreiben in Anspruch nehmen.

In Deutschland leben mehr als 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, die zwar einzelne Wörter und einfache Sätze lesen und schreiben können, aber Schwierigkeiten haben, zusammenhängende Texte zu verstehen, wie beispielsweise schriftliche Arbeitsanweisungen, E-Mails, Beipackzettel, Verträge und Behördenbriefe. Dies ergab die vom Bundesbildungsministerium geförderte leo.Level-One Studie, die 2011 veröffentlicht wurde. 7,5 Millionen sogenannte funktionale Analphabeten - das sind zum Vergleich fast so viele Menschen, wie zusammengerechnet in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt leben.

Mehr als die Hälfte von ihnen hat Deutsch als Muttersprache, die anderen sprechen gut Deutsch, da sie schon länger in Deutschland leben und hier die Schule oder einen Sprachkurs besucht haben. In der immer komplexer werdenden Lebens- und Arbeitswelt stehen Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen permanent vor Herausforderungen. Dennoch nehmen nur sehr wenige Betroffene entsprechende Lernangebote wahr, die aus dem Kreislauf von Vermeidungsstrategien und Abhängigkeiten von einem im günstigen Fall unterstützenden Umfeld herausführen könnten.

KONTAKT: Diakonisches Werk Darmstadt, Dr. Ulrike Landzettel, Koordinatorin für Bildungsangebote, Messeler Str. 112a, 64291 Darmstadt, Telefon: 06151-13096-18, E-Mail.