Wie sich die Tage entwickeln …

Im Mai fanden in der Kita Kleestadt zwei Projektwochen statt, die ganz unter dem Motto standen: „Mal sehen …“. Die Kinder waren in 4 altershomogene Gruppen eingeteilt, befanden sich also nicht in ihren üblichen Gruppenverbänden und Räumen, es gab auch kein von langer Hand vorbereitetes Projektthema - vielmehr galt der situationsbezogene Ansatz: Die Kinder waren eingeladen, zueinander zu finden, ihre Wünsche und Spielideen zu entwickeln und sich gemeinsam in Aktion zu begeben.

So hatte eine Gruppe „nur“ eine Musikkiste im Raum, darin Gegenstände und Instrumente zum Spielen, Rasseln, Trommeln, Klingeln. Wie würden sie sich ihnen annähern, sie nutzen und wie würde das Verhalten untereinander gelingen? Würden sie alles eigenständig ausprobieren, einander zuhören und Spaß haben beim Musizieren? Erwartungsgemäß dauerte es eine Weile, bis die ersten initiativ wurden, aber schon bald klang es bunt durcheinander, und die Kinder versanken in ihrer eigenen Welt. Selbstverständlich waren Erzieherinnen dabei, gaben kleine Hilfen und Unterstützung. Aber einmal nicht von den Erwachsenen bespaßt zu werden, sondern sich selbst und eigene Wege finden war gelungen. Daraus entwickelten sich dann weitere Ideen. Eine Klang-Geschichte wurde vorgelesen, die haben die Kinder eigenständig musikalisch untermalt, es wurden Rasseln aus Joghurtbechern gebastelt und fleißig genutzt. Im weiteren Verlauf wurden auch noch Trommeln und eine Gitarre ins Repertoire aufgenommen und ausprobiert.

Eine andere Gruppe - ebenfalls in neuem Raum, anderer Umgebung und mit anderen Angeboten ausgestattet - begann sich in das Thema Fahrzeuge und Farben zu finden. So wurden Autos gemalt, gepuzzelt und natürlich mit Modellen gespielt, weiterhin entstand die Idee, aus einem Karton einen Bus zu basteln und einen Zug mit mehreren Waggons zu entwickeln, auf denen je einem Kind Platz nehmen konnte. Ein gemeinsames Bus-Lied wurde mit Gestik und Mimik begleitet, eine lustige Reise voller Emotionen. Weitere Fahrzeuge haben die Kinder mit Hand- und Fußabdrucken gestaltet, ausgeschnitten, gesägt, bemalt …

In Gruppe 3 ging es bunt zu. Zunächst spielten Mädchen und Jungen getrennt, wobei erstere schnell Spielideen suchten und fanden, die Jungs sich zunächst mit sich befassten und kleinere Reibereien untereinander austrugen. Doch bald entstand gemeinsames Spiel auf dem Autoteppich in unterschiedlichen Rollen und - natürlich - mit Polizei. Andere spielten Hunde- und Löwenfamilie mit Vater, Mutter, Kind und den ihnen zugedachten Rollen. Dazu wurden Löwen gebastelt oder mit Wasserfarben gemalt. Wiederum andere Kinder bevorzugten den Spielplatz im Freien, den Zaubersand oder die Hängeschaukel, Rädchen und Roller fahren oder ein schon öfter gesehenes Eichhörnchen zu beobachten.

Die 4. Gruppe war in der Sporthalle und entdeckte für sich Fangen und Fußball spielen, einen Bändertanz, Lieder singen, große Bälle rollen, Roboter erfinden, malen und Rollenspiele … Auch hier konnte und durfte viel Unterschiedliches passieren, irgendwann stellten sie fest, dass keine Stühle in der Halle waren, also wurden sie aus den Gruppenräumen herbeigeholt.

Immer wieder ging es also um Selbstfindung, -wahrnehmung und -wirksamkeit, um freies Entfalten - als Gegenmodell zum vorgefertigten Konsumieren. Die Erzieherinnen konnten durch die etwas andere Vorgehensweise besonders gut auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, was am Ende zu sehr positiver Rückmeldung von Kindern und Eltern beigetragen hat. So ganz nebenbei ging es um „Regeln einhalten“, „Respekt und Rücksichtnahme“, Verhalten in der Gruppe, am Tisch und im Morgenkreis.