Fließgewässer schonen

Es ist in diesem Sommer phasenweise genau so heiß wie 2018, der Wald und die Natur leiden dramatisch unter der Trockenheit. Und doch haben weder das Regierungspräsidium noch der Landkreis ein generelles Verbot ausgesprochen, Wasser aus Fließgewässern zu entnehmen.

Das ist formal also noch erlaubt, allerdings nur mit Schöpfgefäßen (Eimern, Kannen). Tatsächlich verboten ist es auch ohne Trockenheit und zwar das ganze Jahr über, eine Pumpe in den Bach zu legen und so Wasser zu entnehmen. Das wird geahndet und mit einem Bußgeld belegt, wie es kürzlich bereits in Heubach geschehen ist (s. Foto). Bei großer Hitze wird verstärkt kontrolliert, denn immer wieder verhalten sich Menschen eigennützig auf Kosten anderer oder eben der Natur. Nach dem Hessischen Wassergesetz gilt, dass die Benutzung (z. B. Entnehmen und Ableiten von Wasser) für den eigenen Bedarf erlaubnisfrei zulässig ist unter diesen Voraussetzungen:

  • keine Beeinträchtigung anderer
  • keine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit, etwa physikalische, chemische oder biologische Qualität
  • keine wesentliche Verminderung der Wasserführung, Mindestwasserführung für ökologische Funktionsfähigkeit

Für Wiesbaden, den Main-Taunus-, Rheingau-Taunus- und Hochtaunuskreis hat das Regierungspräsidium Darmstadt bereits generelle Entnahmeverbote ausgesprochen, die laut einer Pressemeldung bei Missachtung „empfindliche Strafen“ nach sich ziehen.