Kunstausstellung - Work in Progress

Erstmals im städtischen Kulturprogramm zeigt die Frankfurter Künstlergesellschaft Werke ihrer Mitglieder, Malerei, Objekte und Fotografien. Zur Eröffnung am Fr. 27.09. um 19:00 Uhr im Kunstforum Säulenhalle in Groß-Umstadt lädt das kommunale Kulturmanagement ganz herzlich ein. Martin Konietschke von der FKG wird eine Einführung geben, für musikalische Begleitung sorgt der Jazzclub Rödermark. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 27.10. jeweils samstags und sonntags und am 03.10. von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Arbeit des Künstlers ist im günstigen Fall nie zu Ende. Seine Kreativität lässt stetig Neues denken, formen, entstehen und vollenden. Eine Arbeit immer in Bewegung und Entwicklung. Die Ausstellung der Frankfurter Künstlergesellschaft zeigt im Kunstforum Säulenhalle in Groß-Umstadt Ausschnitte aus diesem workflow.

Die Frankfurter Künstlergesellschaft, gegründet im Jahre 1857, ist eine der ältesten noch aktiven Künstlervereinigungen in Deutschland. Ins Leben gerufen wurde sie von so namhaften Künstlern wie Philipp Veith, Edward Jakob von Steinle, Johann David Passavant oder Moritz David Oppenheim, deren Arbeiten in die Kunstgeschichte eingingen und heute u.a. im Städelmuseum in Frankfurt am Main ausgestellt sind. Auch Architekten zählten zu ihren ersten Mitgliedern wie z.B. Paul Wallot, Baumeister des Berliner Reichstags.

Die Frankfurter Künstlergesellschaft spielte im 19. und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle im Kulturgeschehen der Frankfurter Stadtgesellschaft. Die neuen Kunstströmungen wie der Impressionismus, der Expressionismus und die folgenden abstrakten Positionen trugen ihre Mitglieder ebenfalls mit, doch es gab auch immer Vertreter der Figürlichkeit in ihren Reihen. Das führte während der Weimarer Republik zur "Fronten-Bildung" und wiederholte sich in ähnlicher Weise in den 50er und 60er Jahren, wobei die abstrakt-ungegenständliche Kunst nun in den Augen der internationalen Öffentlichkeit als die „zeitgemäße“ betrachtet wurde.

Doch seit jeher war es der Grundsatz der Frankfurter Künstlergesellschaft, künstlerische Kompetenz nicht einer bestimmten Kunstform oder Kunstmode zu unterwerfen. So wie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Vertreter der abstrakten Kunst mit den Verfechtern der Gegenständlichkeit eine sich gegenseitig befruchtende Gemeinschaft bildeten, bewegen sich auch die heute ausgestellten Arbeiten der aktiven Mitglieder zwischen Realismus über einen zeitgemäßen Naturalismus zur freien Interpretation und bis hin zur Abstraktion. Hohe künstlerische Qualitätsansprüche und ein freundschaftlicher Umgang innerhalb des Vereins haben bis heute Vorrang gegenüber einer Vereinheitlichung des künstlerischen Schaffens. Vielleicht ist das eines der Geheimnisse für das lange Bestehen dieser Künstlervereinigung.

Es stellen aus:

Heidi Böttcher-Polack, Claus Delvaux, Barbara Dickenberger, Joerg Eyfferth, Inge Helsper-Christiansen, Norbert Komorowski, Martin Konietschke, Matthias Kraus, Uli Mai, Mojgan Razzaghi, Achim Ribbeck, INK Sonntag-Ramirez Ponce, Clemens Maximillian Strugalla, Nicolas Vassiliev, Andreas Wald.