Der Fasan

Der Fasan besiedelt halboffene Landschaften, lichte Wälder mit Unterwuchs oder schilfbestandene Feuchtgebiete, die ihm gute Deckung und offene Flächen zur Nahrungssuche bieten. In Europa findet man ihn häufig in der Kulturlandschaft. Eine weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein von Trinkwasser: Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, aber auch von Insekten und anderen Kleintieren. Lediglich in den ersten vier Lebenswochen besteht die Nahrung überwiegend aus Insekten, danach nimmt der Anteil der tierischen Nahrung stark ab.

Der Fasan überwintert zumeist in den Brutgebieten. Bisweilen weicht er im Winter über kurze Strecken in mehr Deckung oder Nahrung bietende Lebensräume aus. Im Winter schneereiche Gebiete werden gemieden, was oft die Höhenverbreitung limitiert. Im Sommer begnügt sich die Art teils auch mit notdürftiger oder kleinräumiger Deckung; im Winter muss diese auch bei strenger Witterung genügend Schutz bieten.

Ist der Fasan zur Brutzeit territorial, so lebt er im Winterhalbjahr in kleinen oder größeren Gesellschaften, die nicht selten nur aus Vögeln gleichen Geschlechts bestehen. Zur Brutzeit lebt ein Hahn meist mit ein bis zwei Hennen zusammen. Die Fortpflanzungszeit liegt im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet mit leichten witterungsbedingten Verschiebungen zwischen März und Juni. In Mitteleuropa beginnt sie ab Mitte März und ist meist gegen Ende Mai oder Anfang Juni abgeschlossen. Es findet nur eine Jahresbrut statt. Bei Gelegeverlust kommt es aber bis zu zwei Mal zu Nachgelegen, so dass späte Bruten im August und September nicht selten sind. Die Nestmulde ist entweder schon vorhanden oder wird vom Weibchen ausgescharrt und höchstens mit einigen spärlichen Halmen, Wurzeln oder Reisern ausgekleidet. Sie befindet sich meist auf dem Boden und ist von der Krautschicht gut gedeckt. Oft werden Nester am Rande von Dickichten oder Hecken angelegt. Die Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eies oder 1 bis 2 Tage später. Sie dauert etwa 23 Tage, bei häufigen Störungen auch länger. Junge Fasanen sind Nestflüchter, die nach dem Schlüpfen nur wenige Stunden zum Trocknen im Nest bleiben, dann der Henne folgen und in deren Nähe eigenständig ihre Nahrung suchen. Sie sind mit 10 bis 12 Tagen flugfähig.

Die natürliche Verbreitung des Fasans erstreckt sich durch den Süden der Zentral- und Ostpaläarktis sowie über Teile der orientalischen Region. Zudem wurde die Art in vielen Teilen der Welt mit unterschiedlichem Erfolg eingebürgert. Heute besiedelt sie große Teile Europas. Die Bestände unterliegen hier aber häufig großen Schwankungen und können in ungünstigen Lagen meist nicht auf Dauer ohne Aussetzungen von Zuchtvögeln und Winterfütterungen überleben. In jüngster Zeit sind auch bei uns die Bestände deutlich rückläufig.

Wie können wir dem Fasan helfen?

  • Blühstreifen bilden eine wichtige Grundlage für den Schutz von Fasanen.
  • Wichtig sind aber auch die Erhaltung von Brachstreifen, der Verzicht auf das Mulchen von Graswegen und Ackerrändern in der Zeit von April bis Ende Juni.
  • Ruhezonen und ungestörte Bereiche sind während der Brutzeit für die Bodenbrüter sehr wichtig!
  • Deshalb sind Hunde anzuleinen und bitte meiden Sie Graswege mit hohem Bewuchs bei ihren Spaziergängen.
Tags: Tiere