Kommunales Handlungsprogramm - 1

Logo: Lokale AgendaNicht überall bekannt, aber doch weitverbreitet ist in den Groß-Umstädter Stadtteilen die Idee der Lokalen Agenda 21, zumal seit 20 Jahren viele Mitbürgerinnen und Mitbürger dran mitgewirkt haben bzw. heute die Früchte früherer Aktivitäten ernten.

Die Lokale Agenda 21 steht für die Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit (Sustainable Development) in Kommunen und ist ein Teil der Agenda 21, dem globalen Aktionsprogramm von Rio. 1992 unterschrieben dort 170 Staaten eine Vereinbarung, die Regierungen und Konzerne, aber eben auch Kommunen und Bürger dazu auffordert, den Lebensstil so zu gestalten, dass auch künftige Generationen in den Genuss jener Lebensbedingungen kommen, die wir als selbstverständlich ansehen.

Kürzlich hatte die Stadt eine Übersicht der bereits erfolgreich abgeschlossenen Klimaschutzprojekte veröffentlicht, und wer sich die Leitlinien des Kommunalen Handlungsprogramms ansieht - von der Stadtverordnetenversammlung bereits am 16.11.2001 einstimmig beschlossen und auf der Website der Stadt mit einer Ergänzung nachzulesen http://gross-umstadt.de/sites/default/files/dateien/khp-endfassung_2005.pdf - findet vieles, was bis heute gültig ist und in Groß-Umstadt auf der Agenda/Tagesordnung steht. Es folgen erste Auszüge aus dem Dokument, weitere werden in einem zweiten Teil veröffentlicht.

Lebensqualität

Jede/r kann sich angemessen mit dem versorgen, was sie/er als ihre/seine Bedürfnisse betrachtet. Die individuellen Bedürfnisse und die der Gesellschaft/Umwelt sind miteinander im Einklang. Eigenverantwortlichkeit, Mitarbeit in der Gesellschaft und Solidarität sind selbstverständlich. Gleiche Rechte, Pflichten und Chancen sind für jede/n bei ihrer/seiner individuellen Lebensgestaltung gewährleistet.

Wasser

In den Gemarkungen von Groß-Umstadt können die Niederschläge optimal versickern und Quellen und Grundwasser speichern. Die Bevölkerung von Groß-Umstadt deckt ihren Wasserbedarf sparsam und nachhaltig aus dem Quell- und Grundwasserangebot in ihren Gemarkungen, ohne dass nachteilige Auswirkungen auf den Naturhaushalt entstehen. Das geförderte Wasser ist frei von anthropogenen Verunreinigungen und bakteriellen Belastungen. Das Abwasser ist so wenig als möglich belastet, wird gereinigt und fließt sauber in den Vorfluter.

Boden

Die ortsansässigen Landwirte, Winzer und Gärtner einschließlich privater Kleingärtner beachten naturnahe Stoffkreisläufe und bewirtschaften ihre Flächen im Einklang mit der Natur.

Forstwirtschaft

Der Wald von Groß-Umstadt soll dauerhaft seine ökologische Schutzfunktion für Boden, Wasser, Luft sowie Tier- und Pflanzenwelt gewährleisten; der Bevölkerung als Erholungsraum zur Verfügung stehen; die Versorgung mit dem Rohstoff Holz sicherstellen.

Naturschutz

Die vielfältigen Formen der Bodennutzung müssen den Fortbestand der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sicherstellen. In einzelnen Schutzgebieten müssen die Lebensbedingungen seltener Arten durch Pflege aufrecht erhalten werden. Hinweis: Der Landschaftsplan enthält detaillierte Leitbilder, Ziele und Maßnahmen für die verschiedenen Naturräume der Stadt Groß-Umstadt.

Flächennutzung für Siedlung, Gewerbe und Verkehr

Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsflächen werden so geplant, dass nur wenig Boden verbraucht wird, damit nachfolgenden Generationen ein entwicklungsfähiger Gestaltungsspielraum erhalten bleibt. Innerhalb der Wohngebiete wird den Bewohnern eine bürgernahe Infrastruktur geboten, die die Versorgung mit den wichtigen Gütern des Lebens sicherstellt.

Klimaschutz

Um die Lebensbedingungen für die Bevölkerung sowie für Flora und Fauna zu erhalten, nutzt Groß-Umstadt alle Möglichkeiten zum Schutz des Klimas. Die Vereinbarungen von Rio über die Reduktion von CO2 werden mindestens eingehalten und andere Schadstoffemissionen auf ein Minimum reduziert.