Deutschland-Caricade

Am Fr., 08.11.2019, um 19:00 Uhr eröffnet Stadträtin Renate Filip die „Deutschland-Caricade“ im Kunstforum Säulenhalle des Renaissance-Rathauses am Markt in Groß-Umstadt. Im Rahmen der regelmäßigen Kunstausstellungen des kommunalen Kulturprogramms werden Karikaturen aus 70 Deutschen Jahren, von 1949 bis 2019, gezeigt. Zur Einführung spricht Martin Konietschke, das musikalische Rahmenprogramm gestalten Andreas Schiener (Geige) und Michel Ullrich (Klavier).

Siebzig Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland blicken wir zurück auf sieben Jahrzehnte Frieden in einer unruhigen Welt. Frieden trotz der Jahrzehnte des Kalten Krieges und der Krisen in aller Welt; siebzig Jahre Wohlstand trotz vieler Rückschläge und Ungerechtigkeiten, trotz EU-Krisen, Migrationsproblemen und wieder auferstandenem Nationalismus, trotz drohender Verwerfungen durch Globalisierung und Digitalisierung … Es bleiben sieben erfolgreiche Jahrzehnte für Deutschland, auf die zurückzublicken sich lohnt - mit Stolz, aber auch mit nachdenklicher Kritik. Ein Grund zum Feiern ist es allemal.

Die zeitgeschichtliche Reise durch die jüngere Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis heute bedient sich des Mediums der Karikatur, die meist mehr aussagt als manch politische Debatte und manch noch so kluger Leitartikel.

Die Ausstellung, die sieben deutsche Jahrzehnte im (Zerr-)Spiegel der zeitgenössischen Karikatur präsentiert, macht Erfolge und Schattenseiten unserer Demokratie lebendig. Da werden weder Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Walter Ulbricht und Willy Brandt, noch Helmut Schmidt, Erich Honecker, Helmut Kohl, Gerhard Schröder oder Angela Merkel geschont. Auch Präsidenten, Wirtschaftsbosse und Kirchenfürsten bekommen ihr Fett weg.

Dass die vierzig Jahre DDR-Geschichte in diese Sammlung nur wenig, und wenn, dann meist aus der Perspektive westlicher Karikaturisten Eingang finden, liegt in der Natur des Mediums Karikatur. Sie ist bildhafter Ausdruck einer freien Meinung in einer freien Presse. Und davon kann auf dem Boden der ehemaligen DDR erst seit der Wende von 1989 die Rede sein.

„Es ist schlimm für einen Politiker, karikiert zu werden“, meint der Wiener Zeichner Gustav Peichl (Ironimus), „aber noch schlimmer ist es für einen Politiker, nicht karikiert zu werden“, auch wenn die Karikaturen manchmal voller sarkastischem Spott zu sein scheinen. Denn die Karikatur hat „bei aller Schärfe immer auch etwas Versöhnliches“ (Willy Brandt).

Die Ausstellung ist bis So., 08.12.2019, jeweils samstags und sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, Veranstalter ist das Kulturmanagement der Stadt Groß-Umstadt.

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