Kalbfleischapfelbaum für Klein-Umstädter Äppelallee

Der Kalbfleischapfel ist eine wenig verbreitete südhessische Lokalobstsorte, die vom Pomologen-Verein der Landesgruppe Hessen zur Obstsorte des Jahres 2019 ausgelobt wurde.

Das Darmstädter Echo hatte im April dieses Jahres über diese Auszeichnung berichtet. Damit einher ging das Angebot des Geo-Naturparks Hessische Bergstraße an seine Mitgliedskommunen und Streuobstretter, Neuanpflanzungen dieser historischen Apfelsorte zu ermöglichen und damit das Anliegen des Geoparks zu verwirklichen, seltene bzw. vergessene Obstsorten zu rekultivieren.

Diese Anregung traf bei den Geopark-vor-Ort-Begleitern des Klein-Umstädter Geoparkpfades auf offene Ohren und sie meldeten spontan Bedarf an, galt es doch, noch freie Pflanzflächen der Äppelallee zu nutzen. Zeitnah ergriffen sie anlässlich des diesjährigen Groß-Umstädter Bauernmarktes die Möglichkeit, Ersatzbestellungen für mittlerweile abgestorbene Apfelbäume vorzunehmen, um die entstandenen Baumlücken noch vor Ende der Pflanzsaison schließen zu können.

Zusammen mit der Stadtverwaltung konnten somit zu dem Kalbfleischapfelbaum noch ein weiter Jahresapfelbaum des Jahres 2016, ein Spitzrabau, und weitere fünf Bestandssorten erworben werden. Anfang Dezember hoben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes die Pflanzlöcher aus und pflanzten die neuen Bäume in Anwesenheit und unter Mithilfe der Initiatoren an den vorbestimmten Stellen ein.

Mit der Neuanpflanzung ist ein weiterer kleiner Schritt zur Rekonstruktion der Äppelallee gelungen, die ja noch bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts von annähernd zweihundert prächtigen Obst-, zumeist Apfelbäumen, gesäumt war und denen sie ihren Namen verdankt.

Die aktuelle Aktion erinnert auch an die Bürgeraktion vom November 2003, als engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Klein-Umstadt sich an dem Dorferneuerungsprojekt Äppelallee beteiligten und sechsundvierzig Apfelbäume, bestehend aus fünfzehn Sorten, entlang der Wegstrecke gepflanzt hatten. Weitere vier Bäume waren inzwischen hinzugekommen, so dass mit der jüngsten Maßnahme ein Baumbestand von zweiundfünfzig Stück erreicht werden konnte. Die Äppelallee ist zudem eine Teilstrecke des Klein-Umstädter Geoparkpfades. Sie führt zur Geoparkstation Breitwieser Bruch, aus dessen Brunnen Kleestadt und Klein-Umstadt Trinkwasser beziehen.

Die Klein-Umstädter Streuobstretter, die den Baumbestand der Äppelallee patenschaftlich betreuen und die aktuelle Pflanzaktion initiiert und begleitet haben, hoffen auf gutes Gedeihen der neuen Bäume. Sie bedanken sich für die Unterstützung durch die Stadtverwaltung und den Einsatz des städtischen Bauhofes.

In eigener Sache wünschen sich die Geopark-vor-Ort-Begleiter (GvOB) des Geoparkpfades Klein-Umstadt eine zeitnahe Verstärkung des Gästeführungspersonals, aber auch gelegentliche Mithilfe bei der Baumpflege. Eingeladen sind alle engagierten Mitbürgerinnen und -bürger, die sich hierfür interessieren und sich ehrenamtlich in ihre Heimatkommune einbringen wollen. Für informative Vorgespräche stehen die GvO-Begleiter gern zur Verfügung, bei konkretem Interesse an Gästeführungen wird der Kontakt zum Groß-Umstädter Stadtmarketing gerne vermittelt.