LaDaDi schnürt Maßnahmenpaket in Corona-Zeiten

(ladadi) Darmstadt-Dieburg – Eine kurzfristig angesetzte Bürgermeisterdienstversammlung unter Leitung von Landrat Klaus Peter Schellhaas hat heute Vormittag (15.) mehrere Maßnahmen beschlossen, um der dynamischen Lage im #LaDaDi zu begegnen. Der Verwaltungsstab des Landkreises tagt bereits seit dem 6. März mit insgesamt 18 Personen. 

Schließung von Sportstätten: Landkreis und Kommunen ziehen an einem Strang

Sowohl der Landkreis als auch die Kommunen einigten sich auf die Schließung aller kommunalen Sportstätten, Bürgerhäuser und öffentlicher Einrichtungen. Es erfolgt keine Schließung von Lokalen und Gaststätten. Auch Eheschließungen und Beerdigungen finden weiterhin statt – unter Berücksichtigung des hessenweiten Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. Es wird jedoch empfohlen auf ausreichenden Abstand und Hygiene zu achten. Landrat und Klinikdezernent Klaus Peter Schellhaas ist sich der Einschränkungen bewusst: „Wir müssen in den nächsten Wochen auf Liebgewonnenes verzichten, um uns und andere zu schützen.“

Auch die Behördenleitungen werden keine Präsenztermine mehr wahrnehmen und in ihren Häusern Vorsprachen und Termine bestmöglich telefonisch oder elektronisch organisieren, um die Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Auch Sozial- und Jugenddezernentin Rosemarie Lück beruhigt: „Menschen die Sozialleistungen von uns erhalten, können dies auch weiterhin tun.“

Kreistagssitzung und Ausschüsse werden verschoben

Die Kreistagsvorsitzende Dagmar Wucherpfennig hat am Freitag (13.) gemeinsam in einer Telefonkonferenz mit allen Fraktionsvorsitzungen entschieden, die Ausschusssitzungen sowie die Kreistagssitzung zu verschieben. Verschoben werden alle Ausschüsse, die ab Montag, 16. März, getagt hätten sowie die Sitzung des Parlaments am 30. März. „Es geht nun darum, die Risiken einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu minimieren. Das bedeutet, dass wir Ansammlungen von Menschen vermeiden sollten, dazu zählen eben auch die Ausschusssitzungen sowie die Sitzung des Kreistags. Wir müssen uns und andere schützen, vor allem die Risikogruppen“, erläutert die Parlamentschefin Wucherpfennig.

Einstellung des Schulbetriebs und Organisation der Kinderbetreuung

Ab Montag (16.) wird der reguläre Schulbetrieb in Hessen und auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg eingestellt. Die Schulen bleiben zwar geöffnet, es findet aber kein Unterricht statt. Geöffnet bleiben die Schulen deshalb, damit die Kinder von Eltern, die systemkritische Berufe ausüben (Definition: www.hessen.de) weiterhin betreut werden können. Geplant ist die Schulen, je nach Standort, von 7 bis 17 Uhr zu öffnen. Es wird in Kleingruppen bis maximal zwölf Kinder betreut. Für die schulische Kernzeit, das heißt je nach Schulform und Stundenplan von circa 8 bis 12 Uhr, ist die Schulleitung zuständig. Die Betreuung vor und nach der regulären Schulzeit ist Aufgabe des Landkreises. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuung Dadi Ggmbh übernehmen die Betreuung für die eigenen Schulen in den Betreuungszeiten (vor- und nachschulisch). Die freien Träger regeln dies wiederum an ihren Schulstandorten. Eine Mittagsverpflegung kann voraussichtlich erst ab Mittwoch, 18. März, angeboten werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder am Montag und Dienstag ein Lunchpaket mitbekommen.

Wer hat Anspruch auf Betreuung?

Der Landkreis geht davon aus, dass auch Kinder aufzunehmen sind, die regelhaft nicht in den Betreuungseinrichtungen angemeldet sind. Besondere Priorität haben dabei die Kinder des Personals der Kreiskliniken in Groß-Umstadt und Seeheim-Jugenheim, wenn sie nicht anderweitig versorgt werden können – auch wenn sie nicht an Grundschulen des Landkreises beschult werden. Weiterhin können nur Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sowie Kinder von Menschen, die beide einen systemkritischen Beruf ausüben in die Betreuung gebracht werden. Beispiel: Ist der Vater Arzt und die Mutter Büroangestellte, gibt es keinen Anspruch auf Betreuung. 

Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg sind vorbereitet

In den Häusern in Groß-Umstadt und Seeheim-Jugenheim wurde ein generelles Besuchsverbot verhängt. Ausnahmen sind Minderjährige, hochkritisch kranke Patienten und Gebärende. Hierdurch werden Mitarbeiter entlastet und weitere Ansteckungen erschwert. Die Maßnahme wurde sehr gut angenommen. Auch die Häuser der Gersprenz wurden für Besuch geschlossen. Gemäß dem Beschluss der Bundesregierung vom 12.03.2020, werden ab Montag, den 16. März, an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg, soweit medizinisch vertretbar, keine planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe (elektive Eingriffe) mehr durchgeführt. Betroffene Patienten werden direkt informiert. Der Notfallbetrieb läuft unter enger Indikationsstellung weiter – hierzu wurde ein enger Fallkatalog von Leitung und Chefärzten erarbeitet.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit sehr beeindruckender Ruhe“, betonte Betriebsleiterin Pelin Meyer. Gleichzeitig erging der vorsorgliche Appell an Mitarbeiter in Ruhestand und Elternzeit, auf freiwilliger Basis zu helfen. Auf diese Art soll das reguläre Personal im Fall einer Eskalation entlastet und eine stabile Krankenhausversorgung auch bei steigenden Covid-19-Fallzahlen sichergestellt werden.

Tagesaktuelle Informationen sind verfügbar auf: https://www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de/

Sebastian Pflugbeil, der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes betont, dass es im #LaDaDi bisher weder schwere Krankheitsverläufe noch stationäre Aufnahmen gebe. Getestet würden im Hinblick auf knappe Laborkapazitäten Stand heute vor allem Menschen mit Symptomen, die in Kontakt zu positiv getesteten Personen standen ODER Menschen mit Symptomen, die sich in einem Krisengebiet aufgehalten haben. Um die Testzentren funktionsfähig zu halten, sollte von spontanen Besuchen unbedingt abgesehen werden.