Stellungnahme des Bürgermeisters

Liebe Groß-Umstädterinnen, liebe Groß-Umstädter,

Groß-Umstadt, Hessen und die Welt befinden sich in einer außerordentlichen Situation. Die Verbreitung des bisher unbekannten Coronavirus bereitet allen Sorge. Die Reaktionen der WHO und der Regierungen sprechen dafür, dass hier große Risiken erkannt werden. Es ist daher wichtig, dass alle – gerade auch die, die nicht zur sogenannten Risikogruppe gehören – dies ernst nehmen. Sorglosigkeit, die zur Verbreitung führen kann, bedeutet gerade für Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen eine ernsthafte Gefährdung.

Aktuell führt dies zu gravierenden, aber notwendigen Einschränkungen im öffentlichen Leben. In den hessischen Kommunen sind Kitas und Schulen zunächst bis 19.04.2020 geschlossen. Betreuung steht lediglich Kindern von Eltern zu, die beide in sogenannten systemkritischen Berufen (bspw.  Ärzte, Pflegepersonal, etc.) arbeiten. Näheres finden Sie unter https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/coronavirus-sars-cov-2/umgang-mit-corona-kita-und-kindertagespflegestellen?fbclid=IwAR0NKcyvMfQ9L6uXeMEq6NPsVqhePrSTePA82oqBFsas2upwG0IDveXa7q4.

Aber auch das kulturelle Leben ist eingeschränkt. Sämtliche Kulturveranstaltungen sind abgesagt bis zu dem oben genannten Termin. Die kreiseigenen und städtischen Hallen und Säle bleiben geschlossen, der Sportbetrieb darin ist damit eingestellt. Das Land hat ein Veranstaltungsverbot – öffentlich wie privat – für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verfügt.

Bei diesen Maßnahmen handelt es sich größtenteils um Verordnungen. Das heißt, dass es hier keinen privaten oder städtischen Ermessensspielraum gibt. Wir bitten daher von Vorsprachen für Ausnahmen abzusehen.

Es wird darum gebeten, nur Termine wahrzunehmen, die nicht aufschiebbar sind – auch in den Verwaltungen. Für Vorsprachen in Kreis- und Kommunalverwaltungen ist eine Terminabsprache per Telefon oder E-Mail erforderlich. Geschlossen bleiben folglich auch die Stadtbücherei, das Stadtarchiv, das Jugendzentrum und der Seniorentreff. Gerade die Älteren gehören zur sogenannten Risikogruppe. Daher bitten wir der Empfehlung zu folgen und Kinder nicht in Betreuung der älteren Generation zu geben. Gleichfalls bitten wir im Alltag Hygieneregeln einzuhalten und vor allem auch Abstand zu halten. Sollten Sie Restaurants, Cafés, Läden o.ä. besuchen, verzichten Sie auf den vielleicht gewohnten Händedruck und halten sie vor allem beim Sprechen ausreichend Abstand.

Die jetzigen Maßnahmen sind ein Ringen um Zeit. Wir bitten Sie um Verständnis und um die Einhaltung von einschlägigen Empfehlungen.

Diese Mitteilung basiert auf den Erkenntnissen, Stand Montag, 16.03.2020, 12:00Uhr. Möglicherweise ergeben sich bereits in den nächsten Stunden oder Tagen Änderungen hierzu. Wir bitten daher Homepages des Landes, des Landkreises und der Stadt zu beobachten.

Großer Respekt gilt denen, die sich in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und an anderen Stellen unter schwierigen Bedingungen Dienst tun. Es mag die eine oder andere Maßnahme geben, die dem einzelnen zuwider ist oder die er bzw. sie für unverhältnismäßig empfindet. Entscheidungen sind aber zu treffen und es nicht möglich alle diese Entscheidungen bis ins Details auszudifferenzieren. Das Coronavirus ist eine biologische, medizinische, wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Herausforderung.

Wir vertrauen darauf, dass es gemeinsam gelingt, die Situation zu meistern. Erfreulicherweise gründen sich aktuell – auch für Groß-Umstadt – Initiativen, um bspw. älteren Mitbürgern Einkaufshilfen zu bieten. Ein gutes Zeichen in dieser Zeit, dass die besondere Situation ein Nachdenken über Hilfsbereitschaft und Wir-Gefühl hervorbringt. Wir brauchen in der nächsten Zeit Verständnis, Besonnenheit, Rücksichtnahme und Solidarität von allen.

Joachim Ruppert
Bürgermeister Groß-Umstadt