Bauschutt und Grünschnitt nicht in den Wald

Förster Jörg Kaffenberger von HessenForst, Forstamt Dieburg, und Leiter im Revier von Groß-Umstadt, traute seinen Augen nicht: Am Parkplatz Zinshecke, an der Zufahrt zur sogenannten „Frankfurter Straße“ auf der Höhe zwischen Dorndiel und Rödelshäuschen, wurden auf dem Waldweg entstandenen Pfützen mit Fliesen, Betonplatten und Ziegelsteinen gefüllt und im südwestlichen Bereich des Parkplatzes Schnittgut abgelagert.

Beide Vorgänge sind illegal und müssen aufwändig rückgängig gemacht werden. Die Mitarbeiter vom Groß-Umstädter Baubetriebshof werden im Rahmen des bestehenden Dauerauftrages „Entsorgung wilder Müll“ - ja das ist tatsächlich notwendig - alles wegräumen, den Bauschutt zum Wertstoffhof bringen und den Grünschnitt zur Kompostierungsanlage. Das kostet den Steuerzahler viel Geld und hätte durch den bzw. die Verursacher erledigt werden müssen.

Durch die groben Baumaterialien ist zudem eine Gefährdung für Radfahrer entstanden, die es wegen der Vertiefungen gar nicht gab. Der Belag solcher wassergebundenen Schotterwege kann zudem nur durch sorgfältige Sanierung der Schotterschichten wieder geschlossen werden, was - darauf darf man vertrauen - auch gemacht wird, bevor die Verkehrssicherheit bedroht ist.

Auch das Ablagern von Grünschnitt in der freien Natur ist illegal. Gartenabfälle im Wald sind rechtlich gesehen Müll, und das wird in Hessen mit einem Bußgeld bis 1000,00 € belegt. Oft wird die Meinung vertreten, man füge der Natur keinen Schaden zu, da es sich um verrottbares Material handele. Dem stehen klare Erkenntnisse entgegen, dass solche Ablagerungen nämlich nicht nur ein unschöner Anblick sind und sich oft, wo einmal etwas liegt noch mehr hinzukommt, sondern durch den erhöhten Nährstoffeintrag und die Einbringung nicht heimischer, möglicherweise invasiver Pflanzenarten, auch beachtliche Schäden an der Natur entstehen können. Die kann und sollte man vermeiden und die grüne Tonne bzw. das Angebot der Kompostierungsanlage nutzen.

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