Umbau der Nachklärbecken

Die technische Ausrüstung der beiden Nachklärbecken, die sich auf der Kläranlage Groß-Umstadt befinden, stammt aus dem Jahr 1995. Die Kläranlage verfügt über eine mechanische und eine chemisch-biologische Reinigungsstufe zur Stickstoff- und Phosphorelimination. Da vom Regierungspräsidium Darmstadt zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinien die Einhaltung strengerer Grenz- Überwachungswerte gefordert wird, sollen, neben der Optimierung der chemischen Phosphat-Entfernung, weitere Maßnahmen zur Reduktion der Phosphatbelastung umgesetzt werden.

Das Nachklärbecken, ist die letzte Reinigungsstufe vor der Einleitung des gereinigten Abwassers in das Gewässer. Im Nachklärbecken wird der Belebtschlamm durch Absetzten vom Abwasser getrennt (physikalischer Effekt). Der abgesetzte Belebtschlamm wird mit Hilfe von Pumpen aus dem Nachklärbecken gepumpt und in den Reinigungsprozess der Kläranlage zurück geführt, da im Belebtschlamm die wichtigen Bakterien/Mikroorganismen leben, die für eine ordentliche Reinigung des Abwassers nötig sind. 

Eindeutige Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen erhöhten Phosphat-Ablaufwerten durch vermehrten Flockenabtrieb bei Starkregenereignissen lieferten die Betriebsdaten. Nach Untersuchung auf Schwachstellen zielen die Umbaumaßnahmen auf eine Verbesserung der Strömungssituation ab. Einhergehend erfolgt die maschinentechnische Neuausrüstung der Nachklärbecken, wovon auch die am Räumer befestigten Rücklauf- und Schwimmschlammpumpen betroffen sind.

Zurzeit werden beide Nachklärbecken nacheinander umgebaut. Sämtliche Antriebe und Pumpen werden ausgetauscht sowie alle elektrischen Komponenten auf den neusten Stand der Technik gebracht. In Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt wurden die Strömungen im alten Becken untersucht und beim Umbau nun strömungstechnisch verbessert und angepasst. Vor allem aber, um den neuen gesetzlichen Anforderungen beim Phosphat-Wert dauerhaft gerecht zu werden.

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