Volkstrauertag 2020 - stilles Gedenken

Am vergangenen Sonntag, 15.11., war Volkstrauertag. Im Jahr der Corona-Pandemie verliefen die Gedenkfeiern bzw. Kranzniederlegungen an diesem staatlichen Gedenktag in allen Stadtteilen von Groß-Umstadt ohne öffentliche Beteiligung - aber sie fanden statt und das Gedenken soll und wird nicht aufhören, solange es Kriegstote und Opfer von Gewaltherrschaft auf der Welt gibt.

In Umstadt haben Stadtbrandinspektor Stephan Teich und Boris Orth, der stellvertretende Wehrführer von Umstadt (Foto), im Beisein von Stadtverordnetenvorsteher Matthias Kreh, Bürgermeister Joachim Ruppert, Stadträtin Renate Filip und Pfarrer Christian Lechelt an der Gedenkstätte für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und auf dem Stadtfriedhof Kränze niedergelegt.

Sehr zurückhaltend hatten auch die Groß-Umstädter Stadtteile und die Kommunen in ganzen Landkreis geplant. Mit diesem kleinen Bericht will die Stadt die Öffentlichkeit erreichen, die leider nicht teilhaben konnte, denn, so Bürgermeister Joachim Ruppert, „der Volkstrauertag ist wichtig für die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und für Denkanstöße im Hier und Jetzt. Man muss sich bewusst machen, dass Leid und Elend nicht nur irgendwo auf der Welt geschehen, sondern es auch in Groß-Umstadt linientreue Nationalsozialisten, Judenhass, Verrat und Verfolgung gab und zu Ungerechtigkeiten geschwiegen wurde. Man soll nicht glauben, all das könne nicht mehr passieren - wenn man in den Medien Bilder von Pegida, Querdenkern, Radikalen, Realitätsverweigerern und Verschwörungstheoretikern sieht - viele laufen Seit an Seit mit Neonazis. Dieser Tag heißt: innehalten und nachdenken über das, was geschehen ist, und mit welcher eigenen Haltung jede und jeder von uns sich zu politischen und gesellschaftlich aktuellen Fragen positioniert.“

Der Volkstrauertag wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen - eine auch heute noch traurige Realität.