Pädagogisch überzeugend

Beate Nickel, die langjährige Leiterin der städtischen Kinderbetreuungseinrichtung in Richen, geht Ende 2020 in Ruhestand. Das ein wenig zu feiern, hatte Sie am 17.11. in die Kita eingeladen, am Nachmittag, als die Kinder („leider“) schon zu Hause waren und im großen Turnraum Platz genug für die wenigen Gäste im Abstand von 1,5 m blieb. Gekommen waren Bürgermeister Joachim Ruppert, Abteilungs-leiterin Sonja Heid-von Kymmel, Fachberaterin Inge Köttner, Verwaltungsmitarbeiterin Samira Schmieh, für den Personalrat Katrin Dörr-Uebler und das Team der Kita: Marietta Neff, Ursula Schneider mit der noch amtierenden Leiterin Beate Nickel (Foto re.) und ihrer designierten Nachfolgerin Anja Hebeling. Nicht dabei sein konnten vom Team Petra Weckerle und die Frauenbeauftragte Monika Achtmann.

Die Gastgeberin begrüßte die kleine Runde mit dem Hinweis, dass sie nach 45 Berufsjahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufhöre, ihr insbesondere die Richer Kita ans Herz gewachsen und sie selber sehr froh sei, dass der Standort trotz mancher Diskussion um eine Schließung erhalten bleib. Dieser Umstand und die stets gute Personalausstattung hätten die Mitarbeiterinnen und die Arbeitsatmosphäre stark gemacht, sie wisse die Einrichtung auf gutem Wege und bei ihrer Nachfolgerin Anja Hebeling in guten Händen. Sie selbst freue sich auf mehr Zeit mit ihrer Familie, mehr Freizeit und Gelegenheit zu wandern.

Bürgermeister Joachim Ruppert bezeichnete seine Mitarbeiterin als das Gesicht der Einrichtung und dankte für die langen Jahre treuen Engagements. Ja, während der Dorferneuerung habe man überlegt, die ehemalige Schule als Kita-Standort aufzugeben, denn man wisse schon um die Möglichkeiten aber auch die Grenzen des Hauses in der engen Ortslage und in Punkto Raumaufteilung. Sehr gut erinnere er sich an den Einsatz des Teams samt Auftritt mit den Kindern für den Erhalt, am Ende sei es dabei geblieben und werde auch zukünftig so bleiben. Die enge Anbindung an den Ort, die Eltern, die Umgebung und die Lage mitten im Dorf sprächen für sich.

Entscheidend für die Kinder sei ohnehin die pädagogische Arbeit, die Teamleistung und das Zusammenwirken mit den Eltern. Hier wisse er diese Einrichtung bestens geführt und dank der reibungslosen Übergabe an Anja Hebeling auch in der Kontinuität gewahrt. Sie übernehme ein gut bestelltes Haus, gleichwohl werde sie ihre eigenen Akzente setzen und es werde sehr gut weitergehen.

Die Vertreterinnen der Verwaltung schlossen sich der Laudatio an, lobten den guten Zusammenhalt und die familiäre Atmosphäre, die tolle Arbeit und den Mut, sich stets weiterzuentwickeln. Als nachfolgende Leiterin fasste Frau Hebeling das Gesagte zusammen: „Das Leben ist wie ein Buch, du hast allein in dieser Kita viele Kapitel geschrieben und wir alle wünschen dir viele weitere Episoden und Abenteuer im bevorstehenden dritten Lebensabschnitt.“ Mit vielen Präsenten, guten Wünschen für die Gesundheit und bei offenem Plaudern ging der feierliche Teil zu Ende.

Von 1975 bis 1976 absolvierte Frau Nickel ihr Anerkennungsjahr zur staatlich geprüften Erzieherin im katholischen Kindergarten in Unterbalbach im Main-Tauber-Kreis. Direkt anschließend übernahm sie die Leitung der Einrichtung, von 1978 bis 1991 arbeitete sie dann als Erzieherin im katholischen Pfarramt St. Elisabeth in Darmstadt, mit 2 Unterbrechungen für Erziehungsurlaub. Nach dem Umzug nach Richen und einer kurzen Episode als Erzieherin in der ev. Kirchengemeinde in Groß-Umstadt übernahm sie vor genau 29 Jahren die Kindergartenleitung in Richen.