Mit der Sonne Geld verdienen

Die Tatsache, dass die Sonne uns eine Menge Energie in Form von Sonnenstrahlen liefert, ist wohl allen klar, denn die Sonne schickt uns keine Rechnung. Man kann mit der Sonne richtig Geld sparen und sogar verdienen! Voraussetzung ist, dass man ein geeignetes Dach oder Grundstück besitzt. Mit einer Photovoltaik-(PV-)Anlage lassen sich die Sonnenstrahlen einfangen und in Strom verwandeln, den man selbst nutzen kann. Mit dem Solardachkataster des Landes Hessen kann man selbst berechnen, wie viel Strom produziert werden kann.

Für eine Modellrechnung wurde ein beliebiges Haus in Groß-Umstadt mit einer Dachfläche von 40 Grad Neigung und Südausrichtung gewählt. Eine PV-Anlage mit 5,4 kW Leistung und einer Größe von 33 Quadratmetern kostet knapp 7.000 Euro. Es wurde angenommen, dass kein Darlehen in Anspruch genommen wurde. Die Anlage kann im Jahr etwa 5.500 kWh Strom produzieren. Eine PV-Anlage lohnt sich in erster Linie durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms, nicht durch die Einspeisevergütung, die man vom Netzbetreiber erhält. Der Anteil des selbst verbrauchten Stroms hängt von Verbrauchsverhalten ab. Bei einem durchschnittlichen Eigenanteil von 35% des erzeugten Stroms spart man im ersten Jahr knapp 330 Euro an Stromkosten. Zusätzlich erhält man etwa 310 Euro vom Netzbetreiber für den eingespeisten Strom. Man spart also eine Menge Geld! Nach etwa 13 Jahren hat sich die Anlage bezahlt gemacht. Danach verdient man etwa 740 Euro pro Jahr. Nach 20 Jahren hätte man einen Gewinn von mehr als 4.400 Euro erwirtschaftet. PV-Anlagen halten ab deutlich länger, was die langjährigen Erfahrungen der existierenden Anlagen zeigen. Hersteller gewähren eine Leistungsgarantie auf PV-Module von bis zu 30 Jahren, allerdings bei leicht nachlassender Leistung.

Wenn tagsüber mehr Strom verbraucht wird, liegt der Anteil an eingesparten Stromkosten natürlich höher, die Rendite steigt. Im umgekehrten Fall sinkt sie allerdings auch etwas. Soll eine PV-Anlage auf einem älteren Haus installiert werden, ist zu bedenken, ob das Dach im Kürze saniert werden soll, etwa durch Wärmedämmung oder neue Ziegel. In diesem Fall sollten solche Arbeiten vorgezogen werden. Beim Neubau oder einer Dachsanierung gehört eine PV-Anlage aus wirtschaftliche Gründen dazu. Als Maßnahme gegen den Klimawandel ist sie 1. Wahl !

Eine PV-Anlage eignet sich jedoch auch für Dächer ohne Südausrichtung. Abweichungen nach Osten oder Westen spielen keine große Rolle, selbst leicht nach Norden geneigte Dächer sind geeignet, Flachdächer sowieso. Bei Dächern mit einer Firstausrichtung Nord-Süd, also Dachflächen, die nach Osten und Westen zeigen, kann auf beide Dachhälften eine Anlage montiert werden. Somit kann morgens und nachmittags besonders viel Strom erzeugt werden, was bei berufstätigen Haushalten von Vorteil ist, weil zu diesen Zeiten besonders viel Strom verbraucht wird.

Das Solarkataster ist im Internet auf der Seite www.energieland.hessen.de zu finden. Hier kann jede*r für sein Haus die verschiedenen Möglichkeiten durchspielen und ausrechnen lassen. Auch die Eignung für Solarthermie-Anlagen, also Anlagen zur Nutzung der Sonnenwärme, kann berechnet werden. Bevor man loslegt, sollte man eine Energieberatung in Anspruch nehmen, die bei der Auslegung der Anlage hilft. Der Energiebeauftragte der Stadt Groß-Umstadt, Siegfried Freihaut, hilft gerne. Er ist unter der Rufnummer 06078-781 214 oder per Mail unter siegfried.freihaut@gross-umstadt.de erreichbar.

Wer Lust hat, sich aktiv für den Klimaschutz zu engagieren, ist eingeladen, bei den Agenda-Gruppen in Groß-Umstadt mit zu machen. Momentan gibt es Arbeitsgruppen zum Thema Klimaschutz und zum Verkehr. Wer Interesse hat und gern weitere Informationen wünscht, kann mit Hanna Rudolf (Tel.: 06078-781 290 oder hanna.rudolf@gross-umstadt.de) Kontakt aufnehmen.

Tags: Energie