Waldwoche im Januar

Vom 20.01. bis 23.01.2020 hieß es für 15 Kinder der Betreuungseinrichtung Semd: „Wir gehen in den Wald“, ein inzwischen selbstverständlicher pädagogischer Bestandteil des Kita-Alltags, ja des Erziehungsauftrages. Nach Rücksprache mit dem Revierförster ging es vier Tage lang in ein naturbelassenes Fleckchen Wald in der Nähe der längsten Bank.

Täglich musste die beachtliche Strecke Fußweg zurückgelegt werden und schon am ersten Tag ging es früh morgens bei klirrend kalten Minusgraden und Taschenlampenlicht los, dem Sonnenaufgang entgegen. Die Kinder waren sehr gespannt und aufgeregt.

Unterwegs gab es jeweils vieles zu entdecken: U.a. wurde gespannt gewartet und gezählt, wie lange die Sonne von der ersten Morgenröte bis zum völligen Erscheinen braucht, Raureif auf Blättern und Gräsern wurden mit der Lupe erkundet, Dampfwolken ausgeschnauft, die kürzer werdenden Schatten auf dem Feld beobachtet, Ziegen auf dem Feld wurden aufgeweckt, gestresste Pendler im Berufsverkehr wurden mit freundlichem Winken gegrüßt, und vieles mehr.

An der längsten Bank angekommen, haben sich alle dank der mitgebrachten Vesper ausgiebig gestärkt. Da schmeckte sogar der eingepackte warme Tee. Bevor es den Kindern dann kalt werden konnte, ging es auf Entdeckungsreise. Alle Kinder folgten den Rehspuren auf einem Wildwechsel direkt ins Unterholz. Dort fand sich eine schöne luftige Stelle ohne gefährlichen Astbruch, drei umliegende Bäume dienten gleich als Waldsofa. Doch statt lange auszuruhen, wurde aus Totholz ein großes Tipi gebaut, in dem alle Kinder Platz fanden. Die Wurzeln umgestürzter Bäume wurden täglich immer weiter frei gelegt und mal war die Wurzel ein Schiff, mal eine Wichtelburg. Aus gesammelten Astgabeln wurden Traumfänger gebastelt, Baumscheiben wurden gesägt und Erinnerungsstücke daraus gebastelt. Ein Orientierungsgang in den Wald wurde zur spannenden Schatzsuche.

Bäume und Sträucher wurden unterschieden und bestimmt. Dazu wurden mit Begeisterung die mitgenommenen Naturführer gewälzt. Sogar Borkenkäfer haben die Kinder aus einem toten Baum gepuhlt und im Lupenglas beobachtet. Und immer wieder war es eine wichtige Übung, das „kleine Geschäft“ im Freien zu erledigen.

Die Kinder waren jedes Mal so beschwingt von den tollen Erlebnissen, dass sie den langen Rückweg super bewältigt haben. Pünktlich zum Mittagessen war die ganze Gruppe mit glücklichen, aber todmüden Kindern zurück in der Kita. Ein Lob geht an die Eltern. Die Kinder waren toll angezogen, die Rucksäcke wurden mit jedem Tag besser gepackt und die Vesperboxen waren bestens gefüllt. Dank zu sagen ist für das Vertrauen, diese Ausflüge bei kritischem Wetter durchführen zu können. Die Fülle an Eindrücken wird alle noch lange begleiten.